Über mich

Wo für Thomas Bernhard der Pöbel wohnte, im engstirnigen und ekelerregenden Traunstein, habe ich eine herrliche Kindheit verbracht.

Dort saß ich ab meinem dritten Lebensjahr in einem kleinen verwilderten Obstgarten, umgeben von Himbeersträuchern und Heidelbeerstauden, um mich mit den Schlangen, Igeln und Schmetterlingen zu unterhalten. Mit vier stand ich auf dem Tisch und sang „Es kräht der Hahn auf dem Mist“ und mit fünf Jahren verlor ich hochbegabt mein erstes Skirennen, weil ich nicht müde wurde in jeder Kehre meinem Publikum fröhlich zuzuwinken.

Meinen ursprünglichen Wunschberuf – Försterin – gab ich für die Musik auf. Ich bewarb mich an der einzigen Universität, die ich mit 15 Jahren kannte, wurde beim ersten Versuch abgelehnt, beim zweiten angenommen und begann mit meinem Studium. Zwar beherrschte ich kein Instrument, konnte keine Noten lesen und hatte nur wenig rhythmisches Talent anzubieten, aber ich war begeistert und wollte unbedingt Neues lernen.

Bis heute sind es die (Kunst)Lieder, die mein Leben bereichern. Sie ermöglichen mir, diese kleinen und natürlich auch großen Geschichten zu erzählen, leichte und schwere Melodien zum Besten zu geben, flüchtige oder langanhaltende Gefühle beim Publikum und mir selbst hervorzurufen.

Wie rafft ich mich auf in der Nacht – Johannes Brahms
Die drei Schwestern wollten sterben – Alexander Zemlinsky
Ich bin der Welt abhanden gekommen – Gustav Mahler
Traumgekrönt – Alban Berg
Der Schatzgräber – Robert Schumann
Leises Lied – Richard Strauss
Nana Song – Kurt Weill

Dies ist meine Welt. In ihr bin ich angekommen.
Ich heiße Sie darin herzlich willkommen.

Biografie

Sängerin Autorin Schauspielerin Elisabeth de Roo

Elisabeth de Roo singt, spielt, schreibt und produziert. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht das Kunstlied: wenige Minuten Musik, in denen ein ganzes Leben Platz finden kann. Mit Freude am Erzählen verbindet sie es mit Schauspiel, eigenen Texten und Geschichten, denen sie in Gesprächen und historischen Quellen nachgeht. Ihre Musiktheaterstücke bringen Menschen und ihre Lebensgeschichten auf die Bühne, mit ihren Widersprüchen, ihrer Verletzlichkeit und ihrem Mut.

Ihr Operndebüt gab die Sopranistin als Susanna in Paul Hindemiths „Sancta Susanna“ im Orchesterhaus In Salzburg unter der Leitung von Hans Graf. David Garrett engagierte sie für einen Fernsehauftritt im ORF Salzburg, weitere Auftritte als Solistin im ORF folgten. Mit Gustav Mahlers 4. Sinfonie und Luciano Berios „Folk Songs“ war sie unter anderem in Verona, Bozen, Kaltern, Toblach, Innsbruck und Kufstein zu hören. Wolfgang Mitterer verpflichtete sie für die Uraufführung eines Werks für Sopran, Ensemble und Zuspielungen. 2022 sang sie Elsa in Richard Wagners „Lohengrin“ unter Nayden Todorov in Sofia, 2023 Anna I in Kurt Weills „Die sieben Todsünden“ mit Windkraft, Kapelle für Neue Musik, im Innsbrucker Treibhaus.

Ihr Masterstudium in Lied und Oratorium am Mozarteum Salzburg schloss sie mit Auszeichnung ab. Sie erhielt ein Bundesleistungsstipendium für Exzellenz und arbeitete 2017 als Stipendiatin der Alfred Toepfer Stiftung an Konzertformaten der Zukunft. Von 2019 bis 2021 studierte sie berufsbegleitend Immobilienwirtschaft und Facility Management an der FH Kufstein; beide Abschlussarbeiten wurden mit sehr gutem Erfolg beurteilt.

Von 2009 bis 2016 engagierte sie sich in der Hochschulvertretung am Mozarteum, zunächst als erste stellvertretende Vorsitzende der Österreichischen HochschülerInnenschaft, ab 2011 als deren Vorsitzende. Die ÖH-Wahlen gewann sie 2011, 2013 und 2015 mit absoluter Mehrheit. Sie war Mitglied des Senats, beratendes Mitglied des Universitätsrats, erste stellvertretende Vorsitzende der Curricularkommission für Gesang und darstellende Kunst sowie Mitglied verschiedener Berufungskommissionen. Auf Bundesebene vertrat sie die Studierenden als Mandatarin der ÖH-Bundesvertretung. Von 2015 bis 2018 war sie als Gutachterin für die Agentur für Qualitätssicherung und Akkreditierung Österreich tätig.

Elisabeth de Roo

Sie initiierte und organisierte Benefizakademien zugunsten bedürftiger Studierender und leitete von 2012 bis 2014 die Konzertreihe „MOZClassic“. Zudem veranstaltete sie Welcome Days für Erstsemestrige und jährliche Studierendenpartys mit 1.000 bis 2.000 Gästen.

2016 gründete sie das Career Center der Universität Mozarteum an den Standorten Salzburg und Innsbruck und leitete die Abteilung bis 2020. Sie lehrte und entwickelte Coachingprogramme; von 2018 bis 2020 verantwortete sie für das Mozarteum die Salzburger KinderUni.

Ihre Dissertation untersucht Teilhabe und längerfristige Wirkungen interdisziplinärer Musikprojekte.

 

2021 kam das Schauspiel hinzu: In einem Monolog nach Ilse Aichingers „Spiegelgeschichte“ gab sie unter der Regie von Thomas Lackner ihr Schauspieldebüt. Die Zusammenarbeit weckte ihre Lust, eigene Texte zu schreiben und mit klassischer Musik auf die Bühne zu bringen. Seither gestaltet sie ihre Produktionen von der ersten Recherche bis zur Aufführung.

2022 führte sie für „Kein leichtes Mädchen. Käuflicher Liederabend" 98 Interviews mit Sexarbeitenden und Sozialarbeiter*innen. Die Begegnungen mit Menschen aus der Sexarbeit wurden zur Grundlage eines Stücks über Würde, Mutterschaft, gesellschaftliche Ausgrenzung und das schnelle Urteil über andere. Gemeinsam mit der Pianistin Vyara Shuperlieva und Regisseur Thomas Lackner brachte sie ihre erste eigene Produktion 2023 auf die Bühne. Über 50 Vorstellungen spielte sie das Stück und war damit unter anderem in Innsbruck, am Schauspielhaus Salzburg, im ORF Radiokulturhaus Wien sowie in Graz, Nürnberg und Feldkirch zu Gast.

2024 folgte das „LiebesFilmkonzert“, eine Collage aus Film, Kunstlied und Schauspiel über ausdauernde Liebe. In filmischen Interviews erzählen Paare nach mehr als 50, manche sogar 70 gemeinsamen Jahren von ihrem Leben zu zweit. Elisabeth de Roo und Thomas Lackner ergänzen ihre Geschichten mit humorvollen Szenen aus der Gegenwart. Dazu erklingen Schubert-Lieder, arrangiert und geleitet von Bernhard Schlögl für ein Bläseroktett des Sinfonischen Blasorchesters Tirol. Die Filmregie führte Antonius Bacak. Nach der Premiere auf der Festung Kufstein war die Produktion unter anderem im Haus der Musik Innsbruck und im Kurhaus Hall zu erleben.

Mit „Was ist richtig? Wege des Widerstands“ widmete de Roo sich 2026 Irene Harand und General Wilhelm Zehner, zwei Menschen, die sich auf unterschiedliche Weise gegen Hitler stellten. Als Autorin, Sängerin und Schauspielerin erzählt sie ihre Geschichten aus der Perspektive des Todes. Kunstlieder, historische Texte und die Militärmusik Tirol unter Hannes Apfolterer verbinden sich zu einem Abend über Gewissen, Verantwortung und den Mut, für die eigene Überzeugung einzustehen.

Das Stück entstand im Austausch mit Historiker*innen. Die musikalischen Stücke wurden von Hannes Apfolterer eigenes für sinfonisches Blasorchester transkribiert. "Was ist richtig? Wege des Widerstands" ist eine Kooperation zwischen dem Land Tirol, dem Tiroler Kulturservice der Bildungsdirektion, dem Militärkommando Tirol und der Künstlerin Elisabeth de Roo. Nach den erfolgreichen Aufführungen 2026 unter anderem im ORF Tirol und im Landhaus in Innsbruck wird das Stück 2027 wieder aufgenommen.

Ebenfalls 2026 kam „BRENNT. Die Hexenprozesse“ in Innsbruck und Graz zur Uraufführung. Gemeinsam mit Alexander Mitterer schrieb Elisabeth de Roo die Texte für das Musiktheater über Heinrich Kramer und die Verfolgung vermeintlicher Hexen. Historische Dokumente, Schauspiel und Kunstlieder begegnen den Kompositionen und Bearbeitungen von Soyeon Park, gespielt von Windkraft unter Kasper de Roo. Das Stück beschäftigt sich mit Macht, Ausgrenzung und Frauen, die sich Gehör verschaffen.

Auch dieses Stück entstand im Austausch mit Historiker*innen und Expert*innen

Für junge Menschen entwickelt sie eigene Formate. In „Regenwurmkönig Ferdinand Humus der Erste“ erhält die Artenvielfalt unter unseren Füßen eine Bühne. Ihr Theatertext verbindet sich mit Musik von Helmut Schmidinger und der musikalischen und szenischen Mitwirkung von Schülerinnen und Schülern. Mit Fantasie und Humor erzählt das Stück von kleinen Geschöpfen und ihrer großen Bedeutung für das Leben über der Erde.

Trailer "Was ist richtig? Wege des Widerstands"

ORF Tirol II Studio 3 "Wege des Widerstands", 22.04.2026, live

Trailer "Liebes(film)Konzert"

ORF Ankündigung "Kein leichtes Mädchen. Käuflicher Liederabend."

Trailer „Sehnsucht! So groß.“

„Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke“ von Rainer Maria Rilke, kombiniert mit den 6 Liedern op.58 von Edward Grieg, und Rachmaninos Vocalise, eingebettet in die Klangkunst Harry Triendls. Mit Thomas Lackner (Sprecher), Elisabeth de Ronn (Gesang), Reinhard Blum (Klavier) und Harry Triendl (Klänge).

Adresse

Elisabeth De Roo
Österreich
+43 660 4938137

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